Shg Betzdorf Hachenburg

Für Angehörige & Pflegende

Wenn ein Mensch in der Familie oder im engen Umfeld die Diagnose Multiple Sklerose erhält, verändert sich für alle Beteiligten das Leben. Als Angehöriger oder pflegende Person stehen Sie vor Herausforderungen, die oft unsichtbar bleiben – und doch täglich spürbar sind. Diese Seite ist für Sie gedacht.

Zwischen Fürsorge und eigenen Bedürfnissen

Viele Angehörige beschreiben es ähnlich: Man möchte helfen, stark sein, da sein – und vergisst dabei allzu leicht die eigene Erschöpfung. Pflegende Partner, Eltern oder Kinder von MS-Erkrankten tragen eine besondere Last, die sich sowohl körperlich als auch seelisch bemerkbar macht. Das ist keine Schwäche, sondern eine ganz menschliche Reaktion.

Erlauben Sie sich, auch eigene Gefühle wie Überforderung, Trauer oder sogar Wut anzuerkennen. Diese Gefühle sind berechtigt – und es gibt Wege, damit umzugehen.

Was MS für pflegende Angehörige bedeutet

MS verläuft individuell und unvorhersehbar. Mal sind Betroffene weitgehend selbstständig, dann wieder benötigen sie intensive Unterstützung. Diese Unberechenbarkeit macht die Pflege und Begleitung besonders anspruchsvoll. Hinzu kommt, dass sich Symptome wie Fatigue, Kognitionsprobleme oder Stimmungsschwankungen von außen schwer einschätzen lassen.

Typische Situationen im Alltag

  • Kommunikation: Gespräche über Einschränkungen, Therapieentscheidungen oder Zukunftsängste erfordern viel Einfühlungsvermögen auf beiden Seiten.
  • Rollenveränderung: Wenn aus einem Partner plötzlich auch ein Pflegender wird, kann das die Beziehung unter Druck setzen.
  • Koordination: Arzttermine, Reha-Maßnahmen, Hilfsmittelversorgung – vieles liegt oft zusätzlich in Ihren Händen.
  • Kinder in der Familie: Kinder reagieren sensibel auf Veränderungen; eine altersgerechte Aufklärung über MS ist wichtig.

Praktische Unterstützung & Hilfen

Sie müssen das nicht alleine stemmen. In Deutschland gibt es verschiedene Anlaufstellen und Leistungen, die pflegenden Angehörigen zugutekommen:

  • Pflegegrad beantragen: Ab Pflegegrad 1 haben MS-Erkrankte Anspruch auf Entlastungsleistungen – das verschafft Ihnen als pflegende Person auch Entlastung und Freiräume.
  • Pflegekurse der Krankenkasse: Krankenkassen bieten kostenlose Schulungen für pflegende Angehörige an, um den Alltag sicherer und leichter zu gestalten.
  • Sozialrechtliche Beratung: Die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) berät bundesweit zu Themen wie Pflegeversicherung, Erwerbsminderung und Alltagshilfen.
  • Caritas-Einzelfallhilfe: In finanziellen Notlagen können Sie beim Deutschen Caritasverband einen Antrag auf Unterstützung stellen.

In unserer Gruppe sind Angehörige herzlich willkommen

In der MS-Selbsthilfegruppe Betzdorf-Hachenburg sind Angehörige und Pflegende ausdrücklich willkommen – nicht nur als Begleitung, sondern als vollwertige Mitglieder der Gemeinschaft. Der Austausch mit anderen, die ähnliche Erfahrungen machen, kann enorm entlastend sein.

Manchmal hilft es einfach, zu hören: „Das kenne ich. Ich war auch schon an diesem Punkt."

Gruppenleiter Manfred Seibert steht Ihnen gerne für ein erstes Gespräch zur Verfügung – unverbindlich und vertraulich. Nehmen Sie Kontakt auf und kommen Sie einfach vorbei. Sie sind nicht allein.